Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank (MHDBDB)

Zeitraum
seit 11/2023
Rolle
Senior Scientist (seit 11/2023, mit Unterbrechungen)
Institution
Fachbereich Germanistik, Universität Salzburg
Förderung
Universität Salzburg; Teilprojekte gefördert durch CLARIAH-AT (BMFWF)

Die MHDBDB ist eine seit 1992 aufgebaute Forschungsinfrastruktur zur mittelhochdeutschen Sprache und Literatur, begonnen von Horst P. Pütz (Kiel) und Klaus M. Schmidt (Bowling Green) und seit 2002 an der Universität Salzburg. Sie enthält 667 Texte mit Lemmatisierung, Wortartenangaben und Anbindung an ein Begriffssystem. 2024 bis 2026 wurde der gesamte Datenbestand von RDF nach TEI migriert. Die Daten liegen offen auf GitHub und Zenodo; die neue Oberfläche MHDBDB Next arbeitet ohne Datenbankserver direkt auf den TEI-Dateien, MHDBDB Graph bleibt als RDF-Zugang bestehen.

Meine Aufgaben: Datenmigration und Kuratierung des TEI-Bestands, User Acceptance Testing für MHDBDB Next, Projektkoordination und Drittmittelanträge, TEI-Dokumentation, XPath- und XSLT-Skripting.

Teilprojekte

  • 10/2024 – 12/2026
    Users First. Optimierung von User Interface, User Experience und Crowdsourcing an der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank Förderung: CLARIAH-AT (BMFWF) Stabilisierung von MHDBDB Graph (RDF) und Aufbau von MHDBDB Next (TEI). Nutzer:innen können Belege beitragen und automatisch erzeugte Daten prüfen. Verantwortlich: Katharina Zeppezauer-Wachauer, Julia Hintersteiner, Alan Lena van Beek.
  • 10/2024 – 12/2026
    MHDBDB goes AI. Datenaufbereitung für das OER-LLM ParzivAI Förderung: CLARIAH-AT (BMFWF) Aufbereitung der MHDBDB-Daten in offenen Formaten (TEI, RDF, JSON, Plain Text) und eine offene API für Lemma-Abfragen als Material für ParzivAI, ein LLM zur Übersetzung mittelhochdeutscher Texte (Prototyp: Florian Nieser und Thomas Renkert, Heidelberg). Verantwortlich: Katharina Zeppezauer-Wachauer, Julia Hintersteiner, Alan Lena van Beek. Dazu der Hackathon „Von historischen Daten zu KI“ (Salzburg, Oktober 2025).

WB meets MHDBDB: Die Wenzelsbibel als Pilotmodell für interoperable Editionen

Zeitraum
08/2025 – 12/2026
Rolle
Projektleitung
Institution
Universität Salzburg
Förderung
CLARIAH-AT, Small-Scale Projects 2025 (BMFWF)

Integration der Wenzelsbibel, einer böhmischen Prosa-Bibelübersetzung (um 1390), in die MHDBDB. Rund 150.000 Wörter aus fünf biblischen Büchern wurden in einer dreistufigen Pipeline aus Automatisierung, LLM-Unterstützung und manueller Prüfung lemmatisiert und mit Wortarten versehen; Benennungen wurden mit LOD-Vokabularen (Wikidata, CIDOC CRM, Iconclass) abgeglichen. Für böhmisch geprägte Schreibungen und alttschechische Glossen entstanden neue Lexikoneinträge. Seit Mai 2026 ist die Wenzelsbibel in der MHDBDB durchsuchbar (Sigle WZB), die Lemma-Abdeckung liegt bei 95,3 %. Die Pipeline ist für den Ingest weiterer Texte nachnutzbar.

Die Wenzelsbibel – Digitale Edition und Analyse

Zeitraum
02/2022 – 10/2024 · neue Projektphase ab 10/2026
Rolle
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (09/2022–11/2023); Bildannotation und Python-Skripting im Rahmen der Universitätsassistenz (2024–2025)
Institution
Fachbereich Germanistik, Universität Salzburg · Leitung: Manfred Kern
Förderung
Land Salzburg (Projektphase 2022–2024)
Partner
Österreichische Nationalbibliothek, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Fachbereich Informatik der Universität Salzburg

Digitale Gesamtedition der Wenzelsbibel, der um 1390–1400 für König Wenzel IV. angefertigten, reich illustrierten deutschen Bibelübersetzung aus dem Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek: Faksimile, Transkription, Lesefassung und Vulgata-Synopse, dazu die Analyse des Bildprogramms und der Text-Bild-Relationen. Die Edition erscheint auf der Editionsplattform der Österreichischen Nationalbibliothek; Genesis bis Josua liegen seit September 2025 mit Transkription, Lesefassung und Synopse vor.

Meine Aufgaben: Workflows zur Bildannotation, ikonographische und semantische Analyse der Text-Bild-Relationen, kontrollierte Vokabulare, Evaluation computergestützter Bildanalyse (Objekt- und Gesichtserkennung) und Iconclass-Klassifikation mit einer RAG-Pipeline.

Peter Handke Notizbücher. Digitale Edition

Zeitraum
10/2025 – 09/2028 · Phase 2
Rolle
Softwareentwicklerin, Abteilung Forschung & Datenservices (seit 03/2026)
Institution
Österreichische Nationalbibliothek · Leitung: Bernhard Fetz, Literaturarchiv der ÖNB
Förderung
FWF (Lead Agency) und DFG
Partner
Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Abteilung Forschung & Datenservices der ÖNB

Edition der Notizbücher Peter Handkes als Faksimile mit Transkription, Kommentar und Registern, herausgegeben von Katharina Pektor, Ulrich von Bülow und Bernhard Fetz. Phase 1 (online seit Juni 2024) umfasst 22 Notizbücher der Jahre 1976 bis 1979; Phase 2 überarbeitet den Bestand und ediert 26 weitere Notizbücher bis Februar 1986.

Meine Aufgaben: Softwareentwicklung für die Editionsplattform.

ÖSZD-ExilBriefe: Stefan und Lotte Zweigs Briefe aus dem Exil

Zeitraum
01/2025 – 06/2026
Rolle
Projektmitarbeiterin (11/2025–07/2026): Digitalisierung und Metadatenerhebung in TEI-XML
Institution
Literaturarchiv Salzburg, Universität Salzburg · Leitung: Lina Maria Zangerl

Erschließung, Digitalisierung und Publikation von rund 500 Briefen aus dem Nachlass von Stefan und Lotte Zweig, die 2024 von den Erben an die Universität Salzburg übergeben wurden: Korrespondenz zwischen Stefan und Lotte Zweig, mit Familienangehörigen und mit Zeitgenossen aus den Exiljahren. Die Briefe werden mit Metadaten in die Plattform Stefan Zweig digital integriert, die seit 2016 den verstreuten Nachlass Zweigs rekonstruiert.